Hochbegabung
Etwa 2-3% aller Kinder haben weit überdurchschnittliche intellektuelle Begabungen. Um eine positive Entwicklung zu erreichen, brauchen diese Kinder eine besondere Förderung.
Oft wird eine Hochbegabung erst dann erkannt, wenn Probleme auftauchen. Diese beginnen oft schon im Vorschulalter. Die Kinder langweilen sich. Sie können mit vielen Spielen nichts anfangen, da sie sich für Dinge interessieren, die nicht ihrem Alter entsprechen. Als Folge dessen stören sie, werden aggressiv oder ziehen sich zurück. Sie werden schnell zu Außenseitern, da sie sich nicht in der Gruppe arbeiten und gelten so als Streber oder Besserwisser.
Da die (meisten) Pädagogen mit diesem Thema überfordert sind, ist es die Hauptaufgabe der Eltern, eine entsprechende Förderung zu gewährleisten. Ein Hauptargument der Lehrer ist, das Thema "Hochbegabung" gehöre nicht zu den Lerninhalten ihres Studiums. Lehrgänge zu diesem Thema werden erfahrungsgemäß aber zu wenig angeboten und von den Lehrern und Schulleitern auch zu wenig genutzt, da die Teilnahme auf freiwilliger Basis ist und von den Lehrern selbst finanziert werden muss. Was die betroffenen Eltern kritisieren, ist die oft mangelnde Bereitschaft der Lehrer, auf hochbegabte Schüler einzugehen und sie z. B. in einer Förderunterrichtsstunde für lernstarke Kinder zu fördern, um so das Interesse an Schule zu erhalten.
Die betroffenen Kinder sind aber nicht alleine mit ihren Problemen. Auch ihre Eltern treffen oft auf Unverständnis. Sie erfahren keine Unterstützung im Kindergarten und in der Schule. Es wird ihnen unterstellt, sie bilden sich nur ein, ein hochbegabtes Kind zu haben. Äußerungen von Außenstehende, man solle froh sein, ein so begabtes Kind zu haben, machen deutlich, dass viele Menschen denken, ein hochbegabtes Kind habe es leichter als andere Kinder und nicht um die anstrengende Erziehung eines solchen Kindes für die gesamte Familie wissen.
Die Eltern haben zwar auch keine Ausbildung zum Thema "Hochbegabung" genossen, aber von ihnen wird erwartet, dass sie mit der Hochbegabung ihrer Kinder umgehen können, ihre Kinder unter einem hohen Zeit- und vor allem hohen Kostenaufwand, der für viele Familien nicht realisierbar ist, fördern und sie möglichst so zurechtbiegen, das sie schön angepasst sind und nicht mehr auffallen.
Unsere Selbsthilfegruppe "IQ-Kids" hat sich aus dieser Not heraus gegründet und möchte betroffene Eltern informieren und unterstützen. Wir geben ihnen die Möglichkeit, ihre Erfahrungen in einem Gesprächskreis auszutauschen. Hier bekommen die Eltern interessante Tipps und auch Adressen kompetenter Ansprechpartner, die ihnen bei der Lösung ihrer Probleme weiterhelfen können.
Eine weitere wichtige Aufgabe von "IQ-Kids" ist, die Öffentlichkeit, die Behörden, Schulen und Betroffene über das Thema "Hochbegabung" aufmerksam zu machen und zu informieren um eine größere Akzeptanz und Förderung zu erreichen.